Bei Jungunternehmen gewinnt die virtuelle Mitarbeiterbeteiligung immer mehr Zuspruch. Sie steht im Gegensatz zu den klassischen Mitarbeiterbeteiligungsmodellen. Dabei spielt die einfache rechtliche Gestaltungsmöglichkeit und die Flexibilität eine entscheidende Rolle. Die Vereinbarung bedarf keiner notariellen Beurkundung und kann einfach vertraglich umgesetzt werden.

Die Virtuelle Mitarbeiterbeteiligung ist eine schuldrechtliche Vereinbarung (Virtual Share Program, VSP), die den begünstigten Mitarbeiter vermögensrechtlich so stellt, als hätte dieser zu einem bestimmten Zeitpunkt Anteile zu einem bestimmten Basiswert erworben. Verkürzt gesagt stellt die virtuelle Beteiligung eine virtuelle Abbildung der echten Geschäftsanteile dar.

Steuerrechtlich unterliegen die virtuellen Beteiligungen als Vergütungsbestandteil der Sozialversicherungspflicht und der Lohnsteuer. Die Besteuerung tritt jedoch erst zum Zeitpunkt des Liquiditätszuflusses ein.

Die wichtigsten Dokumente, welche die virtuelle Mitarbeiterbeteiligung definieren, sind die Virtual Share Program Terms & Conditions und der Zeichnungsschein (Allocation letter oder Subscribtion letter). Der Zeichnungsschein bestimmt die Anzahl der Anteile, die der Mitarbeiter erhalten soll. Er enthält ebenfalls die Einbeziehung und das Einverständnis des Mitarbeiters mit den Virtual Share Program Terms & Conditions.

Die Virtual Share Program Terms & Conditions bilden die Rahmenbedingungen für den virtuellen Beteiligungsplan. Diese werden schuldrechtlich in einem separaten Dokument verfasst. In der Regel sind die Rahmenbedingungen für eine Vielzahl von Fällen gefasst und treffen insbesondere zu den folgenden Themen eine Regelung:

  • Anspruch
  • Basiswert
  • Vesting (gegebenenfalls Cliff)
  • Good Leaver & Bad Leaver
  • Definition des Exits und Ausübungsfrist
  • Übertragbarkeit
  • Verwässerungsschutz