Das Arbeitsentgelt bezeichnet die Summe der Leistungen – meist Geldzahlungen, die der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer in Gegenleistung für seine Arbeit erbringt. In Deutschland lagen die durchschnittlichen Bruttomonatsverdienste ohne Sonderzahlungen – laut statistischem Bundesamt – im Jahr 2016 bei 3.703 Euro, im Jahr 2015 bei 3.612 Euro und im Jahr 2014 bei 3.527 Euro.

Streitigkeiten über Zahlungen aus dem Arbeitsverhältnis gehören, neben Kündigungsschutzverfahren und Streitigkeiten über das Zeugnis, zu den häufigsten Verfahren vor den Arbeitsgerichten.

Tipp

Beachten Sie, dass die Mitarbeiterbeteiligung nicht der direkten Vergütung dient, sondern die Bindung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer stärken soll. Lesen Sie hier unseren Artikel zur Mitarbeiterbeteiligung.

Die einzelnen Entgeltarten unterscheiden sich in ihrer Ausgestaltung erheblich voneinander. Mögliche Vergütungsformen können sein:

  • Der Zeitlohn, bei dem die Vergütung unabhängig von der Qualität der Arbeitsleistung, als Stunden-, Wochen-, Monats-, Jahres- oder Schichtlohn, zu zahlen ist.
  • Der Akkordlohn, bei dem sich die Vergütung an der erbrachten Arbeitsleistung bemisst – beispielsweise anhand von Stück- oder Gewichtsvorgaben. Da der Akkordlohn an eine gesteigerte Produktivität anknüpft, ist er als Entlohnung bei Schwangeren und Jugendlichen untersagt.
  • Der Prämienlohn knüpft wie der Akkordlohn auch an eine erbrachte Arbeitsleistung an. Der Prämienlohn unterscheidet sich aber dadurch, dass er an verschiedene Bezugsgrößen anknüpfen und dadurch viel flexibler auf betriebliche Begebenheiten reagieren kann. Auch der Prämienlohn ist bei Schwangeren und Jugendlichen untersagt.

Sonstiges Arbeitsentgelt kann sein:

  • Tantiemen, Provisionen und Honorare sind variable Vergütungsmöglichkeiten, die der Betrieb seinen Mitarbeitern zahlen kann. Die Zahlung einer Tantieme erfolgt dabei häufig deshalb, um den einzelnen Mitarbeiter an dem Unternehmenserfolg zu beteiligen. Die Provision und das Honorar hingegen vergüten den Abschluss oder die Vermittlung eines konkreten Geschäftes.
  • Die Zahlung einer Gratifikation erfolgt neben der Arbeitsvergütung aus einem konkreten Anlass. So kann es beispielsweise an Weihnachten zur Zahlung einer Gratifikation kommen, welche dann die Betriebszugehörigkeit honorieren soll.
  • Auch Sachbezüge können im Interesse des Arbeitnehmers unter den Entgeltbegriff fallen. Diese können sein: die private Nutzung des Dienstwagens, Preisnachlässe bei den eigenen Produkten oder den eigenen Dienstleistungen oder aber die Bereitstellung einer Wohnung.
Tipp

Die Weihnachtsgratifikation ist nicht mit dem Weihnachtsgeld zu verwechseln, welches anders als die Gratifikation Entgeltcharakter hat – also auch die Arbeit vergüten soll.

Tipp

Beachten Sie, dass im Zweifel für das Arbeitsentgelt regelmäßig eine Bruttolohnabrede vereinbart ist.

In Bezug auf die Höhe des Arbeitsentgelts ist seit dem 01.01.2015 das Mindestlohngesetz in Kraft, welches allen Arbeitnehmern einen Mindestlohn – von nunmehr 8,84 Euro – zusichert. Eine Vereinbarung über einen geringeren Lohn ist seit Inkrafttreten des Gesetzes grundsätzlich unwirksam, mit der Folge, dass bei Unterschreitung dem Arbeitnehmer die gesetzlich vorgeschriebene übliche Vergütung zu entrichten ist. Darüber hinaus handelt der Arbeitgeber ordnungswidrig, wenn er einen geringeren Lohn zahlt. Verstöße können mit einer Geldbuße von bis zu 500.000 EUR geahndet werden.

Lohnzahlungen, die über den gesetzlichen Mindestlohn hinausgehen, können sich aus Tarifverträgen ergeben – die zu beachten sind. Darüber hinaus ist die Höhe des Arbeitsentgelts Verhandlungssache des Arbeitgebers und des Arbeitnehmers.

Tipp

Beachten Sie, dass es Sinn machen kann, die ÜberstundenIn aller Regel wird in einem Arbeitsvertrag auch die individuell geschuldete Arbeitszeit vereinbart. Mit dem Begriff Überstunden wird die Überschreitung der durch den Arbeits- oder Tarifvertrag festgelegten Arbeitszeit bezeichnet. Bis auf Notsituationen ist der Arbeitnehmer grundsätzlich nicht verpflichtet Überstunden zu leisten. Häufig ist jedoch bereits im Arbeitsvertrag, im Tarifvertrag oder in einer Betriebsvereinbarung eine Überstundenklausel enthalten. Überstunden sind grundsätzlich gesondert zu bezahlen, möglich ist auch die Vereinbarung eines Freizeitausgleichs – etwas anderes gilt, wenn Überstunden im Rahmen einer Abgeltungsklausel im Arbeitsvertrag ohnehin bereits mit dem Gehalt abgegolten sind. Umgangssprachlich werden die Begriffe Überstunden und Mehrarbeit häufig synonym verwendet. Dabei meint die Mehrarbeit eigentlich etwas anders. Denn damit meint man die Überschreitung gesetzlicher oder tarifvertraglicher Obergrenzen. gegenzeichnen zu lassen. Dies ist insbesondere für die Fälle sinnvoll, in denen der Zahlungsanspruch gerichtlich durchgesetzt werden soll.

Tipp

Beachten Sie, dass diese Ausnahme individualvertraglich ausgeschlossen sein kann.

Tipp

An dieser Stelle verweisen wir auf die Tabelle zu den Pfändungsfreibeträgen. Hier können Sie nachsehen, wie weit Ihr Einkommen pfändbar ist: Gesetzestext