Ob im Handwerk, in der Forschung oder innerhalb eines Betriebes: Werkverträge haben viele verschiedene Anwendungsgebiete. Die Besonderheit besteht darin, dass der Werkunternehmer nicht nur seine Leistung, sondern den konkreten Erfolg seiner Leistung schuldet. Es reicht nicht aus, dass er sich nur bemüht, das Werk herzustellen.

Wenn Sie etwa ein Möbelstück bei einem Schreiner in Auftrag geben, schuldet er Ihnen die Herstellung des konkreten Möbelstücks. Wie viel Zeit- oder Personalaufwand die Herstellung erfordert, braucht Sie als Besteller dabei nicht zu interessieren.

Praxishinweis

Abzugrenzen ist der Werkvertrag vom Dienstvertrag. Beim Dienstvertrag verpflichtet sich eine Vertragspartei zur Leistung eines bestimmten Dienstes. Der ausgeführte Dienst muss dabei keinen konkreten Erfolg erzielen. Typische Dienstverträge sind der Behandlungsvertrag beim Arzt oder der Mandatsvertrag beim Rechtsanwalt.

Praxishinweis

Wurde im Vertrag nicht festgehalten, für welche Verwendung das Werk bestimmt ist, muss es sich für die gewöhnliche Verwendung eignen und eine Beschaffenheit aufweisen, die bei Werken gleicher Art üblich ist.

Praxishinweis

Zur Nacherfüllung ist der Werkunternehmer allerdings nicht verpflichtet, wenn er dadurch unverhältnismäßig hohe Kosten hätte.

Praxishinweis

Der Besteller kann zudem Schadensersatz und Ersatz vergeblicher Aufwendungen verlangen, wenn ihm aufgrund des mangelhaften Werks ein Schaden entstanden ist.

Achtung! Handelt es sich bei dem Besteller um einen Verbraucher, muss der Unternehmer ihn bei der Fristsetzung entsprechend belehren.