Beim Kauf eines Neuwagens können Sie das Fahrzeug nur selten sofort mitnehmen. Neue Modelle werden oft schon verkauft, bevor die Produktion abgeschlossen ist. Vertraglich wird dann entweder eine Lieferfrist, also z. B. ein Zeitraum von acht Wochen, oder ein Liefertermin, d. h. ein konkreter Zeitpunkt vereinbart. Neuwagenhändler sind an die pünktliche Lieferung der Hersteller gebunden. Um nicht Gefahr zu laufen, selbst in Lieferverzug zu geraten, vereinbaren die meisten Händler nur unverbindliche Liefertermine und -fristen. Wir erklären Ihnen, welche Rechte Sie haben, wenn Ihr Neuwagen nicht pünktlich geliefert wird.

Praxishinweis

Im Streitfall müssen Sie beweisen, dass Sie dem Verkäufer eine Frist zur Nachlieferung gesetzt haben. Schicken Sie die Mahnung daher am besten per Einschreiben mit Rückschein.

Praxishinweis

Wenn Sie sich am darauffolgenden Tag einen Mietwagen nehmen müssen, können Sie die Kosten dafür eventuell bereits ersetzt verlangen.

Praxishinweis

Beim Kauf eines Neuwagens unter Vereinbarung einer unverbindlichen Lieferfrist sollten Sie zum angegebenen Liefertermin vorsichtshalber sechs Wochen hinzurechnen.

Achtung! Per Gesetz wird vermutet, dass der Schuldner den Verzug verschuldet hat. Kann er allerdings beweisen, dass das Säumnis unverschuldet zustande gekommen ist, ist er nicht schadensersatzpflichtig.

Beispiel

Der Neuwagen beim ursprünglichen Verkäufer hat bei Vorbestellung 30.000 Euro gekostet. Da der Verkäufer trotz Mahnung nicht geliefert hat, haben Sie das Model bei einem anderen Händler erworben und mussten dort 34.000 Euro zahlen. Die Differenz von 4.000 Euro könnten Sie im Wege des „Schadensersatz statt der Leistung“ fordern.