Nach dem Schluss der Beweisaufnahme erfolgen die Plädoyers. Auch wenn die Strafprozessordnung davon spricht, dass der Angeklagte unmittelbar nach der Staatsanwaltschaft das Wort erhält, ist es zulässig und in der Praxis üblich, dass der Verteidiger für den Angeklagten plädiert. Das Plädoyer dient an erster Stelle der Wahrung des rechtlichen Gehörs.

Früher wurden Plädoyers als entscheidend für den Ausgang des Strafverfahrens gesehen. Bei US-amerikanischen Geschworenengerichts-Prozessen steht das Plädoyer nach wie vor im Mittelpunkt des Prozesses. In Deutschland dagegen spielt die Musik bis zum Schluss der Beweisaufnahme. In der Praxis hat sich ein skeptischer Grundsatz entwickelt:

„Was der Verteidiger bis zum Schluss der Beweisaufnahme nicht erreicht hat, wird er durch den Schlussantrag nicht nachholen können.“