Die Körperverletzungsdelikte schützen die körperliche Unversehrtheit und die Gesundheit jedes einzelnen Menschen vor Beeinträchtigungen durch andere Personen. Berufsgruppen wie Polizei- und Justizvollzugsbeamte oder medizinisches Personal kommen besonders häufig mit Körperverletzungsdelikten in Berührung wie insbesondere: Polizisten, Vollzugsbeamte, Ärzte, Chirurgen, Notfallsanitäter oder Krankenpfleger.

Bei Ärzten oder Chirurgen, die beispielsweise eine Operation durchführen, liegt die Körperverletzung in der Natur der Sache; Polizeibeamte müssen sich häufig mit körperlicher Gewalt erwehren – beispielsweise auf Demonstrationen. Bei Beamten konkurriert mit der Körperverletzung zusätzlich noch die Körperverletzung im Amt. Bei einer Vielzahl von Fällen ist es zusätzlich so, dass der Täter gerechtfertigt handelt – insbesondere bei Beamten oder medizinischem Personal.

Statistisch betrachtet hat das Bundeskriminalamt für das Berichtsjahr 2016 573.450 Fälle von Körperverletzung im gesamten Bundesgebiet erfasst. Dies macht einen Anteil an der Gesamtkriminalität von knapp 10 Prozent aus. Im Vergleich dazu wurden im Jahr 2016 über zwei Millionen Diebstahlsdelikte begangen. Die Aufklärungsrate der Körperverletzungsdelikte mit knapp 90 Prozent ist dabei verhältnismäßig hoch.

Im Einzelnen setzt die Tatbegehung eines Körperverletzungsdeliktes die folgenden Punkte voraus:

Hinweis

Die Gerichte haben die Verletzungshandlung für die nachfolgenden Beispiele bejaht:

In Bezug auf die körperliche Misshandlung:

  • Der Schmerz, der infolge einer Ohrfeige, eines Faustschlages oder eines Fußtrittes entsteht.
  • Das Fixieren einer Person, durch welche das Opfer Schmerzen erleidet – beispielsweise Nackenschmerzen, nach einem „Schwitzkasten“ oder Gelenkschmerzen nach einem Verdrehen des Armes auf den Rücken.
  • Vorübergehende somatische und psycho-vegetative Beschwerden, wie Erbrechen oder Schlaflosigkeit aufgrund von schweren Ängsten.
  • Die Durchführung von ärztlichen Heileingriffen – wie Operationen oder generelle ärztliche Versorgung (beispielsweise das Impfen).

In Bezug auf die Gesundheitsschädigung:

  • Das Verabreichen von bewusstseinstrübenden Mitteln wie beispielsweise K.O.-Tropfen.
  • Das Verabreichen von Betäubungsmitteln oder Drogen.
  • Das Herbeiführen einer Volltrunkenheit – gegebenenfalls durch den Verkauf von Alkohol an Kinder.
  • Die Herbeiführung erheblicher psychischer Einwirkungen auf das Opfer, wie starkes Mobbing oder Stalking.
  • Das Infizieren des Opfers mit einer Infektionskrankheit, wie HIV oder Hepatitis.