Ist man Beschuldigter in einem Strafverfahren, so steht man nicht ohne Rechte der Strafjustiz gegenüber. Die Rechte und Pflichten im Rahmen eines Strafverfahrens zu kennen, kann den Beschuldigten vor nicht mehr korrigierbaren Fehlern im späteren Verfahren bewahren. Zentrale Rolle aller Beschuldigtenrechte spielt das Schweigerecht. Die Prozessordnung gewährt dem Beschuldigten ein ausnahmsloses Recht zu schweigen.

Das Schweigen des Beschuldigten stellt keine Einräumung des Tatvorwurfes dar; insbesondere negative Konsequenzen dürfen hieraus nicht erwachsen. Auch muss er sein Schweigen zu keinem Zeitpunkt begründen. Wurde der Beschuldigte im Rahmen seiner Vernehmung ordnungsgemäß belehrt und ausdrücklich auf das Schweigerecht hingewiesen, so kann ihm seine Einlassung im weiteren Verfahren vorgehalten werden – auch wenn er später beschließt zu schweigen.

Der Beschuldigte sollte daher Rat bei einem Strafverteidiger einholen. Dieser wird sich nach der Einsichtnahme der Ermittlungsakte Gedanken zu der weiteren Vorgehensweise machen und sich mit dem Beschuldigten darüber beraten. Die bloße „Verteidigung ins Blaue“ hinein stellt eine nicht absehbare Gefahr für das weitere Verfahren dar.