Der Begriff Holding leitet sich aus dem englischen Verb „to hold“ ab. Gemeint ist damit das Innehaben einer Unternehmensbeteiligung. Eine präzise Definition im deutschen Wirtschafts- und Steuerrecht lässt sich dagegen nicht finden. Vereinzelt lassen sich Begriffszusammensetzungen, die auf dem Begriff der Holding basieren, in den Vorschriften zu der europäischen Gesellschaft (Societas Europaea SE) und in aufsichtsrechtlichen Vorschriften für den Finanz- und Versicherungssektor finden.

Zum Beispiel erwähnt das Gesetz über das Kreditwesen die Finanzholding-Gesellschaft oder die Finanzholding-Gruppe. Eine Legaldefinition für die Holding sieht aber keine dieser Vorschriften vor. Wegen der Vielfalt der Anwendungsbeispiele und mangels einer rechtlichen Definition wird der Begriff der Holding mit den folgenden Merkmalen umschrieben:

  • Dachgesellschaft (ein Unternehmen als Obergesellschaft),
  • Halten der Beteiligungen an einem oder mehreren rechtlich selbstständigen Unternehmen (keine operative Tätigkeit),
  • Zweck des Innehabens von Unternehmensbeteiligungen ist nicht nur vorübergehend.
Formulierungsvorschlag

„Gegenstand des Unternehmens ist die Verwaltung bestehender und noch zu erwerbender Beteiligungen sowie die Tätigkeit als geschäftsleitende Holdinggesellschaft. Die Gesellschaft kann alle Geschäfte betreiben, die dem Gesellschaftszweck unmittelbar oder mittelbar zu dienen geeignet sind. Sie kann sich insbesondere an anderen Unternehmen, auch wenn sie einen anderen Unternehmensgegenstand haben, beteiligen, sie erwerben, sie gründen, die Geschäftsführung für solche Unternehmen übernehmen sowie die Zweigniederlassungen im In- und Ausland errichten und Unternehmensverträge abschließen.“

Die auf die Aktiengesellschaft anwendbaren Vorschriften sind streng und stark formalisiert, was dazu führt, dass bei kleineren Unternehmensgruppen mit geprägten Gesellschafterkreisen die Aktiengesellschaft als Holdinggesellschaft nicht die vorzugswürdige Rechtsform ist. Im Hinblick auf den eigenverantwortlich handelnden Vorstand können die Gesellschafter nur eingeschränkt in die Geschäftsführung involviert werden.

Wiederum ist die Aktiengesellschaft – als Holdinggesellschaft – die bevorzugte Lösung bei großen Konzernen. Dabei spielt die Fungibilität der Gesellschaftsanteile die entscheidende Rolle. Für international tätige Unternehmen ist die Einschränkung der Haftung der Gesellschafter auf die von ihnen gehaltenen Aktien ein weiteres gewichtiges Argument für die Aktiengesellschaft als Holdinggesellschaft.