Das BGB enthält für Ruhestörungen im Mietrecht keine speziellen Regelungen. Generell ist eine Ruhestörung die Belästigung anderer Personen durch störende Schallemissionen. Diese müssen nicht zwangsläufig aus dem Verhalten eines Nachbarn resultieren, auch Baustellen- oder Verkehrslärm können der Grund sein. Da gesetzliche Grenzwerte fehlen, hat die Rechtsprechung die sogenannte Zimmerlaustärke als angemessenen Richtwert bestimmt. Tagsüber beträgt dieser 40 Dezibel, in der Nacht 30 Dezibel. Entscheidend ist hier jedoch immer eine Beurteilung am Einzelfall.

Ruhestörungen durch Baustellen- oder Straßenlärm muss der Mieter in der Regel hinnehmen, wenn die Störungen schon bei Einzug bestanden. Denn dann wusste der Mieter, worauf er sich einlässt. Auch der Lärm, der durch Kinder verursacht wird, ist grundsätzlich hinzunehmen. Erst wenn die Grenze zur Unzumutbarkeit erreicht ist, kann eine Mietminderung verlangt werden.