Bei Verbraucherverträgen steht dem Verbraucher gegenüber dem Unternehmer grundsätzlich ein Widerrufsrecht zu. Die gesetzlichen Bestimmungen ergeben sich aus den §§ 355 ff. des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB). Danach kann sich der Verbraucher einseitig von einem geschlossenen Vertrag lösen – der Widerruf ist demnach ein Gestaltungsrecht. Die deutschen Regeln sind stark von der Umsetzung entsprechender europäischer Richtlinien zum Verbraucherschutz geprägt. Der Widerruf kann nur innerhalb der Widerrufsfrist erklärt werden, die grundsätzlich 14 Tage beträgt. Weiter muss der Widerruf erklärt werden, eine Begründung ist jedoch nicht erforderlich. Den Unternehmer treffen spezielle Belehrungspflichten gegenüber dem Verbraucher im Hinblick auf das Widerrufsrecht.

Das in der Praxis wohl häufigste Widerrufsrecht ist in § 312g BGB normiert. Danach steht Verbrauchern bei Fernabsatzverträgen und bei Verträgen, die außerhalb von Geschäftsräumen geschlossen wurden, ein solches Recht zu.