Bei einer Unternehmensberatung greift ein Unternehmen zur Lösung von Fragestellungen in betriebswirtschaftlicher Hinsicht auf die Expertise einer externen Person oder Organisation zurück, die die Beratung als Dienstleistung anbietet. Den absoluten Schwerpunkt bildet die Beratung in Management-Fragen (Managementberatung) – Schwerpunkte sind hier regelmäßig die Organisation, Strategie und das Marketing. Gegenstand der Dienstleistung kann aber etwa auch der IT- oder der Personalbereich sein. Eine weitere eigene Teildisziplin ist die Wirtschaftsprüfung.

Es existiert in Deutschland kein Berufsschutz für die Tätigkeit als Unternehmensberater, somit steht es grundsätzlich jedem frei, sich Unternehmensberater zu nennen und entsprechende Dienstleistungen am Markt anzubieten. Es existieren jedoch zahlreiche Berufsverbände und entsprechende Fachorganisationen, dich sich selbst aufgestellten Grundsätzen unterwerfen, die eine qualifizierte Beratung sicherstellen sollen.

Formen der Unternehmensberatung

Kaum ein Unternehmen kommt dauerhaft ohne externe Spezialisten aus. Bei Herausforderungen, die nur vereinzelt bewältigt oder bei Problemstellungen, die einmalig für einen langen Zeitraum gelöst werden, lohnt es sich schlicht nicht, hochbezahlte Spezialisten als Arbeitnehmer an das Unternehmen zu binden. Bei der Art der eingekauften Dienstleistungen wird dabei zwischen strategischer Beratung und Fachberatung unterschieden.

Strategieberatung

Eine Unternehmensberatung wird oft dann zugezogen, wenn eine Unternehmung sich inhaltlich neu ausrichten und auf dem Markt reponieren will. Nicht immer ist dies die freiwillige Entscheidung der Eigentümer oder des Managements. Oftmals werden Unternehmen durch einen globalen Strukturwandel, intensiveren Wettbewerb oder eine akute Unternehmenskrise dazu gezwungen, ihre Zielrichtung und ihre Konzepte zu überdenken. In diesem Fall werden Beratungsunternehmen engagiert, um das Management bei der Identifikation mittel- und langfristiger Chancen und Risiken zu unterstützen und Wege aufzuzeigen, wie ein Unternehmen optimal auf sich ändernde Umweltbedingungen reagiert. Dabei wird nicht immer, aber doch sehr oft, auch die Unternehmensphilosophie und die Unternehmenskultur hinterfragt und verändert.

Fachberatung

Bei der Fachberatung werden externe Spezialisten zugezogen, um ein ganz bestimmtes Problem oder eine spezielle Aufgabe zu lösen. Die Themen sind dabei sehr vielseitig. Im Personalbereich wird gerne auf externe „Headhunter“ zurückgegriffen, wenn eine Stelle besetzt werden soll, für die Kandidaten nicht ohne weiteres auf dem Markt zu finden sind. Manchmal soll eine bevorstehende Vakanz aber auch aus taktischen Gründen geheim gehalten werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn Kandidatinnen und Kandidaten für den Vorstand oder das Top-Management gesucht werden. Anleger, und damit die Börsenkurse, reagier meist entspannter, wenn beim Rücktritt eines Vorstandsvorsitzenden bereits die Nachfolgerin präsentiert werden kann.

Steuer- und Rechtsberatung, Wirtschaftsprüfung

Für kleinere Unternehmen ist eine gut aufgestellte Rechts- oder Steuerabteilung nahezu unbezahlbar und selbst Großkonzerne leisten sich nur wenige echte Spezialisten auf diesen Gebieten. Qualifizierter Rechtsrat wird stattdessen bei externen Experten eingekauft. Die hausinternen Fachkräfte konzentrieren sich dagegen meist auf das Routinegeschäft. Eine Sonderstellung nimmt hier die Wirtschaftsprüfung ein. Unternehmen, die wenigstens mittelgroß im Sinne des § 267 Abs. 2 HGB sind, müssen ihren Jahresabschluss jährlich prüfen lassen. Diese Prüfung darf nur von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer durchgeführt werden. Hier besteht also gar keine Möglichkeit, auf diese Leistung zu verzichten oder hausintern, zum Beispiel durch die Interne Revision, zu erbringen.

Verkannte Risiken im IT-Bereich

Ein weiteres Geschäftsfeld, in dem oft und gerne mit „Freelancern“ zusammengearbeitet wird, ist der IT-Bereich. Zum einen treten hier oftmals sehr spezielle Fragestellungen auf, für deren Lösung ein Experte zugezogen wird. Auch für Wartungsarbeiten an bestimmten Systemen braucht es Experten, die extern eingekauft werden müssen. Im IT-Bereich werden aber auch häufig Routineaufgaben von selbständigen Geschäftspartnern erledigt, die genau so gut an Arbeitnehmer delegiert werden könnten. Oft sind die Freelancer in ein Team integriert und unterscheiden sich bezüglich ihrer Arbeitsweise und ihrer Tätigkeit nicht von den Arbeitnehmern, mit denen sie zusammenarbeiten. Diese Konstellation ist unter Compliance-Gesichtspunkten nicht unbedenklich. Die Sozialversicherungsträger prüfen solche Beschäftigungsverhältnisse zunehmend genauer und konstatieren sehr häufig Fälle von Scheinselbständigkeit. Dann drohen nicht nur hohe Nachzahlungen für die Lohnsteuer und die Sozialversicherungsbeiträge. Die Sozialversicherungsträger gehen sei kurzem auch dazu über, den Zoll zu informieren oder direkt Strafanzeige zu erstatten, da diese Form der Schwarzarbeit fast immer den Tatbestand des § 266a Abs. 2 StGB erfüllt. Ermittelt wird dann jedoch nicht gegen das Unternehmen selbst, da juristische Personen in Deutschland kein taugliches Tatsubjekt im Sinne des Strafgesetzbuches sind. Die strafrechtliche Verantwortung trifft stattdessen die Mitglieder des geschäftsführenden Organs. Vorstände und Geschäftsführer laufen also Gefahr, wegen der Vorenthaltung von Sozialversicherungsbeiträgen verurteilt zu werden.

Die Zusammenarbeit mit externen Beratern ist für viele Unternehmen unverzichtbar. In der Regel werden so die Personalkosten gesenkt und Effizienzgewinne realisiert. In bestimmten Bereichen lauern aber auch juristische Fallstricke, die nicht übersehen werden dürfen.

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