Die Oberlandesgerichte folgen im Instanzenzug des Zivilprozessrechts nach dem Amtsgericht und dem Landesgericht. Als erste Instanz sind die Oberlandesgerichte zuständig für die Verhandlung und Entscheidung über Musterverfahren nach dem Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz. In der Praxis haben die Oberlandesgerichte aber deutlich größere Bedeutung als Rechtsmittelinstanz. So sind sie nach § 119 des Gerichtsverfassungsgesetzes (GVG) zuständig für Beschwerden gegen Entscheidungen der Amtsgerichte und vor allem für die Berufung gegen Entscheidungen der Landgerichte. Das Urteil des Oberlandesgerichtes kann dann noch mit der Revision vor dem Bundesgerichtshof angegangen werden. Wie vor dem Landgericht besteht vor dem Oberlandesgericht Anwaltszwang.

Die rechtsprechenden Organe der Oberlandesgerichte heißen Senate. Sie entscheiden grundsätzlich in der Besetzung von drei Berufsrichtern nach § 122 GVG.