Ein Justiziar ist ein Rechtsberater. In dieser Funktion kann er bei einem Unternehmen (in der Regel in der Rechtsabteilung), einem Verband oder einer Behörde angestellt beziehungsweise verbeamtet werden. Dort beschäftigt er sich mit den anfallenden juristischen Fragestellungen und Sachverhalten und berät seinen Arbeitgeber beziehungsweise erstellt Rechtsgutachten – der Schwerpunkt der Tätigkeit eines Justiziars liegt also auf der Vermeidung von zukünftigen Rechtsstreitigkeiten. Es gibt keine abschließend geregelte Berufsausbildung für einen Justiziar. In der Regel ist das erste juristische Staatsexamen ausreichend, teilweise wird jedoch auch der Abschluss als Volljurist gefordert. Weitere Möglichkeiten sind der Abschluss als Wirtschaftsjurist oder Diplom-Rechtspfleger.

Aus diesem Grund besitzt ein Justiziar auch nur eine eingeschränkte Postulationsfähigkeit vor deutschen Gerichten. So kann er seinen Arbeitgeber beziehungsweise Dienstherrn vor dem Sozialgericht, Arbeitsgericht, Finanzgericht, Verwaltungsgericht oder Amtsgericht vertreten. Vor dem Landgericht und den nächsthöheren Instanzgerichten ist jedoch eine Vertretung durch einen Rechtsanwalt zwingend.