Ein Firmenverkauf (auch Unternehmensverkauf) ist die Übertragung eines Unternehmens, einer Unternehmensbeteiligung oder eines Unternehmensteils von dem Verkäufer an den Käufer gegen Zahlung eines bestimmten Kaufpreises. Teilweise wird der Begriff auch verwendet, wenn statt einer Kaufpreiszahlung der Tausch von Anteilen vereinbart wird. Entsprechende Kaufverträge zeichnen sich in der Praxis durch eine Vielzahl von Problemstellungen aus, da es insoweit fast vollständig an gesetzlichen Vorgaben fehlt – teilweise ist eine notarielle Beurkundung erforderlich. In der Regel wird der Kaufpreis anhand einer zuvor durchgeführten Unternehmensbewertung bestimmt.

Werden die Anteile an der Firma oder dem Unternehmen verkauft, spricht man von einem Share Deal – werden nur bestimmte Wirtschaftsgüter (zum Beispiel ein Grundstück oder Maschinen) übernommen, bezeichnet man das als Asset Deal.

Firmenverkauf als Synonym für Unternehmensverkauf
Im Alltag wird der Begriff Firmenverkauf in aller Regel als Synonym für den Verkauf eines Unternehmens verwandt. Diese Klarstellung ist wichtig, da der Begriff Firma im Rechtssinne eine andere Bedeutung hat. Gemäß § 17 HGB ist die Firma der Name, unter dem ein Kaufmann seine Geschäfte betreibt und die Unterschrift abgibt. Ein Kaufmann kann unter seiner Firma klagen und verklagt werden. Gemäß § 23 HGB kann die Firma nicht ohne das zugehörige Handelsgeschäft veräußert werden. Ein reiner Firmenkauf ist in Deutschland also rechtlich gar nicht möglich.

Welche Arten des Firmenverkaufs gibt es?
Grudnsätzlich wird zwischen Share-Deals und Asset-Deals unterschieden. Bei einem Share-Deal werden die Anteile an einer Gesellschaft ganz oder mehrheitlich übernommen. Das Unternehmen eines Einzelgewerbetreibenden kann allerdings nur als ganzes übertragen werden. Bei einem Asset-Deal werden dagegen keine Unternehmensanteile, sondern Aktiva, oftmals Gebäude, Maschinen, Nutzflächen sowie Rechte, Patente und andere immaterielle Vermögensgegenstände veräußert. Das Unternehmen selbst wechselt dabei allerdings nicht den Eigentümer. Oftmals wird der Betrieb sogar fortgeführt. Das gilt insbesondere dann, wenn sich ein Unternehmen lediglich von einer oder mehreren Sparten trennt. Bleibt nach dem Asset-Deal allerdings nur mehr eine nahezu leere Hülle zurück, wird das Unternehmen meist abgewickelt. Bei GmbHs ist es auch üblich, die leere Hülle als Mantelgesellschaft zu verkaufen. Für den Käufer hat diese den Vorteil, dass er sofort über eine Gesellschaft verfügt, die bereits im Handelsregister eingetragen ist. Er kommt deshalb auch sofort in den Genuss des Haftungsprivilegs gemäß GmbH-Gesetz.

Wie läuft ein Unternehmensverkauf ab?
Wie der Verkauf abläuft, hängt zum einem von der Art des Deals und zum anderen von der Rechtsform des Unternehmens ab. Letzteres ist bei einem Asset-Deal aber irrelevant. Werden nur bestimmte Vermögensgegenstände veräußert, werden diese gemäß den für sie geltenden Bestimmungen übertragen. So gibt es für den Verkauf von immateriellen Vermögensgegenständen keine gesetzlichen Formvorschriften. Trotzdem werden in der Praxis Verträge schriftlich fixiert, da sich die getroffenen Vereinbarungen sonst im Streitfall nicht mehr eruieren lassen. Für andere Vermögensgegenstände, wie zum Beispiel Grundstücke und Gebäude, existieren gesetzliche Formvorschriften. So bedarf die Übertragung von Immobilien der notariellen Beurkundung, auf die auch beim Verkauf von Firmenvermögen nicht verzichtet werden darf. Das Rechtsgeschäft wäre andernfalls formunwirksam.

Beim Share-Deal ist die Rechtsform dagegen ein kritischer Faktor. Bei Personenhandelsgesellschaften und GmbHs einigen sich die Käufer und Verkäufer in der Regel diskret und unter Ausschluss der Öffentlichkeit über den Verkaufspreis. Anschließen werden die Anteile vom Verkäufer auf den Käufer übertragen, was in Deutschland ebenfalls der notariellen Beurkundung bedarf. Inhaberaktien können dagegen freihändig übertragen werden. Regelmäßig in die Schlagzeilen geraten dagegen die Übernahmen börsennotierter Aktiengesellschaften. Dies liegt daran, dass der Käufer hier auf eine große Gruppe Verkäufer trifft. Darüber hinaus sind der Vorstand und der Aufsichtsrat der Zielgesellschaft nicht immer an einem neuen Mehrheitsaktionär interessiert und versuchen den Deal zu verhindern.

Übernahme börsennotierter Unternehmen
Will ein Großaktionär sich von einem Unternehmen trennen, kann er seine Anteile einfach auf den Markt werfen. Geht die Initiative für die Übernahme eines börsennotierten Unternehmens dagegen vom Käufer aus, so gibt es drei gesetzlich normierte Angebotsverfahren, deren Beachtung seit 2002 durch die Bundesanstalt für
Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) überwacht wird.

Beim sogenannten „sonstigen Erwerbsangebot“ will der Käufer entweder Anteile erwerben, ohne die Kontrolle über das Unternehmen zu erhalten, oder er will die Kontrollposition, über die er bereits verfügt, noch weiter ausbauen. In diesem Fall gibt es keinen gesetzlich vorgeschriebenen Mindestpreis. Zudem sind auch Teilangebote erlaubt. Eine Kontrollposition wird dann angenommen, wenn der Erwerber über mindestens 30 Prozent der Stimmrechte an der Zielgesellschaft verfügt. Sollen die Anteile der Gesellschaft nach der Übernahme nicht mehr öffentlich gehandelt werden, muss ein Delisting-Erwerbsangebot unter Beachtung von § 39 Börsengesetz erfolgen. Will der Käufer dagegen erstmals die Kontrolle über die Zielgesellschaft erhalten, muss er ein Übernahmeangebot unterbreiten. Hierfür gelten Mindestpreisregelungen. Erlangt ein Erwerber erstmals die Kontrollmehrheit von wenigstens 30 Prozent der Anteile, ist er außerdem verpflichtet, allen anderen Aktionären ein Angebot für ihre Anteile zu unterbreiten. Er kann also nicht nur ein Teilangebot abgeben, sondern muss gegebenenfalls alle Aktien übernehmen. Auch hier gelten die Mindestpreisregelungen.

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